Gefässchirurgische Notfallkompetenz für operative Fächer

Aufbaukurs 26. – 27. Oktober 2018 in Ulm (german and english)

Programm und Informationen

Der Anteil schwerer Gefäßverletzungen hat in den jüngsten militärischen Konflikten auf über 12% aller Verwundungen zugenommen. Auch zivile Opfer von Terror-Anschlägen weisen in 10 % relevante Gefäßverletzungen auf. Aufgrund dieser Entwicklung und der hohen Brisanz dieser Verletzungen für Leib und Leben des Verwundeten muss jeder Einsatzchirurg über eine gefäßchirurgische Notfallkompetenz verfügen. Aber auch in der zivilen Traumaversorgung und bei intraoperativen Gefäßkomplikationen kann eine Notfallkompetenz im gefäßchirurgischen „trouble shooting“ rettend sein.

Die Veranstaltungen richten sich an alle nicht gefäßchirurgisch tätigen Operateure –militärisch und zivil-, welche zusätzliche Sicherheit im Handling bzw. der Versorgung von Gefäßverletzungen erlangen wollen. Um auf die geänderten Anforderungen an den operativ tätigen Arzt mit entsprechenden Verletzungsmustern oder Komplikationen zu reagieren, haben wir neben dem nunmehr im siebten Jahr international erfolgreich durchgeführten Basiskurs auch einen Aufbaukurs in unser Programm aufgenommen.

Beiden Kursen gemeinsam ist das fokussierte „Hands-on-Training“ an den bewährten, aber auch an neu eingeführten Simulationsmodellen der VASCULAR INTERNATIONAL. An diesen Simulationsmodellen kann im realitätsnahen Situs die Durchführung der entsprechenden Techniken hervorragend geübt werden. Diese Techniken werden durch ein eingespieltes Team von Tutoren der Vascular International School AG und der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie des Bundeswehrkrankenhauses Ulm vermittelt. Dabei ist das Verhältnis von Tutor zu Teilnehmer 1:4, wodurch eine sehr hohe Intensität der Betreuung gewährleistet ist.

Die Teilnahme wird mit einem „VASCULAR INTERNATIONAL“-Zertifikat und mit 22 CME Punkten der Ärztekammer bestätigt. Die Kurssprache wird aufgrund der internationalen Teilnehmer Englisch sein.

Die Details der Kurse entnehmen Sie bitte den Kursbeschreibungen auf der Innenseite des Flyers.

Flyer mit Detail-Programm Bundeswehrkurse 2018


INFORMATIONEN UND KONTAKTE

Veranstalter

  • Klinik für Gefäßchirurgie und Endovasculäre Chirurgie, Bundeswehrkrankenhaus Ulm
  • Vascular International, School for Vascular Surgery, Stanserstrasse 111, CH-6064 Kerns

Veranstaltungsort Basis- und Aufbaukurs

  • Klinik für Gefäßchirurgie und Endovasculäre Chirurgie, Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Oberer Eselsberg 40, 89081 Ulm

Termine

  • Basiskurs: 23. – 24. März 2018
  • Aufbaukurs: 26. – 27. Oktober 2018

Registration Frau J. Schmidt


Übernachtungen

  • Es steht ein Zimmerkontingent zum Abruf im IQ-Hotel Ulm (www.iq-hotels.de, +49 731 5097050 ) unter dem Kennwort „Gefäßchirurgie“ zur Verfügung.

Die Teilnehmerplätze sind beschränkt (Anzahl der Modelle) und die Vergabe erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen.


Basiskurs
Der zweitägige Basiskurs wird unverändert erfolgreich im achten Jahr angeboten. Zielgruppe sind alle operativ tätigen Ärzte – Militär und Zivil -, die insbesondere für Notfallsituationen, aber auch für die tägliche Arbeit Grundlagenfähigkeiten in der Versorgung von Gefäßverletzungen erlangen wollen.
Dieser Kurs bietet dafür ein exzellentes „Hands-On-Training“ an pulsatilen, realistischen Modellen, um diese Fähigkeiten zu vermitteln. Dazu erfolgt neben dem bereits im Vorfeld versandten Kursskript eine kurze theoretische Unterrichtung bzgl.
Rekonstruktionsverfahren und – abläufen sowie Naht- und Instrumentenkunde.
Schwerpunkt dieses Kurses liegt eindeutig auf dem „Hands-On-Training“, in welchem die Basistechniken der Gefäßchirurgie wie Arteriotomie, verschiedene Naht- u. Anastomosentechniken, aber auch Besonderheiten des gefäßchirurgischen Trouble-shootings wie intraluminale Shuntanlagen oder Thrombektomieverfahren vermittelt werden.
Durchgeführt werden diese Übungen an der „Basis-Box“ und realitätsnahen Beinmodellen mit pulsatilen Gefäßen mit einem Arbeitsplatz für je 2 Teilnehmer. Abschluß des Kurses bildet die sog. „dog fight“ – Übung, in der die erworbenen Kenntnisse bei unterschiedlichen Verletzungsmustern aktiv angewandt werden müssen.


Aufbaukurs
Die Zielsetzung dieses Kurses ist die Übertragung der Kenntnisse aus dem Basiskurs oder bereits existierender gefäßchirurgischer Grundlagenfähigkeiten auf anatomiegetreue Modelle mittels intensivem „Hands-on-Training“. Da im zivilen Umfeld 18 % und im militärischen Umfeld sogar 21 % aller Gefäßverletzungen das Abdomen oder den Hals betreffen, werden realitätsnahe, praktische Übungen an neuentwickelten, perfundierten Modellen des Bauches und des Halses durchgeführt.
Am abdominellen Modell werden Versorgungen von Verletzungen der Aorta, V. cava sowie der arteriellen und venösen Beckenachse geübt. Dabei reicht das Spektrum von der einfachen direkten Gefäßnaht bis hin zum Implantieren von Y-Prothesen. Dabei steht pro Arbeitsplatz ein Modell für zwei Teilnehmer/-innen zur Verfügung. Nach selbigem Prinzip werden am zervikalen Modell die Versorgung von Gefäßverletzungen der Carotis mittels direkter Naht, Patchplastik, Interponat bis hin zur Gefäßtransposition gelehrt und auf entsprechende Pitfalls hingewiesen. Als besondere Damage-control- Maßnahme erfolgt an einem speziellen Modell das Erlernen des „REBOA“-Prinzipes (Resuscitative Endovascular Balloon Occlusion of the Aorta) zum Erlangen der temporären intraluminalen zentralen Blutungskontrolle beim polytraumatisierten, hämodynamisch instabilen Patienten mittels Blockadeballon. Hierzu werden die notwendigen theoretischen und praktischen Fähigkeiten zur Durchführung dieses Manövers incl. Materialkunde vermittelt.